Table Mountain, Langebaan, Wale, Pinguine, Muizenberg, Peninsula

Wow, irgendwie hatte ich ja urspruenglich nicht vor so oft zu schreiben, doch ich habe in den letzten Tagen so unglaublich viel erlebt und die naechsten Tage werden wohl auch recht erlebnisreich werden.

Am Freitag bestieg ich zusammen mit Patrick, der hier aufgewachsen ist, und Naomi, einer spanischen Couchsurferin, den Tafelberg (Table Mountain). Wir gingen die India Venster, eine relativ anspruchsvolle Route mit Kletterabschnitten. Trotz meiner leichten Hoehenangst versprach mir Patrick mich heil oben anzubringen. Gesagt, getan. Und die Angst wird auch mit jedem Aufstieg etwas geringer. Der Ausblick war einfach herrlich!! Trittsicherheit war aber definitiv ein absolutes Muss bei dieser Route. Die noch in Deutschland erworbenen Wanderschuhe haben sich also definitiv gelohnt. Oben angekommen gingen wir noch einige Zeit auf dem Plateau entlang und machten eine kleine Pause. Der Abstieg erfolgte ueber die wohl fast allen Touristen bekannte Platteklip. Hier geht man vor allem Steintreppen hinunter. Ansich nicht weiter schwierig, doch meine Beine schmerzten schon zu diesem Zeitpunkt etwas. Naja, die aufkommende Dunkelheit gab uns dann noch den Rest und wir benoetigten nochmal 2h. Aber gelohnt hat es sich in jedem Fall. Der Tafelberg ist schon irgendwie ein Must do hier. 😉

Am naechsten Tag hiess es dann auf nach Langebaan, 150km die Westkueste entlang. Dort gab es ein Seafood Festival und vor allem eine schoene Location. Tapfer habe ich jeden der 7 Gaenge probiert, doch war ich ehrlich gesagt eher von dem selbst gebackenen Brot angetan. Ein richtig schoener Ausflug mit anderen Couchsurfern!! Ein Glueck, dass die CS Community hier recht aktiv ist. 😀 Abends besuchten wir dann noch das Oktoberfest im Paulaner Biergarten in Waterfront (Stadtteil Cape Towns). Jejeje….ein Prosit, ein Prosit… Nach etwas tanzen fiel ich dann allerdings auch nicht zu spaet ins Bett.

Denn am Sonntag folgte ein Ausflug an die Ostkueste. Auf nach De Kelders, zum landbased whale watching. Eine wirklich grossartige Erfahrung, die man nicht auslassen sollte. Auf das im Nachbarort beruehmte Shark Cage Diving verzichtete ich allerdings! Via Hermanus (bekannterer Ort fuer die Walbeobachtung) ging es nach Bettys Bay, wo eine freilebende Pinguinkolonie besichtigt werden kann. Ein Traum! Ich liebe es einfach wie diese Tiere watscheln. Ueber eine wirklich sehr, sehr schoene Kuestenstrasse fuhren wir dann zurueck nach Kapstadt. Abends zog ich dann noch zu meinem neuen Host nach Bishopscourt (angeblich die reichste Gegend Kapstadts) um.

Die neue Wohnsituation musste direkt am Montag Vormittag ausgenutzt werden und so hoerte ich auf den Rat ueber einen kleinen Umweg kostenlos in den Forstbotanischen Garten Kirstenbosch zu gelangen. Leider verlief ich mich ein bisschen und konnte so nur kurz am Rande des Gartens vorbeilaufen. Denn ich musste dringend zurueck und duschen. Am Nachmittag hatte ich schliesslich einen Termin in Muizenberg. Bevor ich jedoch in den Zug dorthin steigen konnte, bat mich mein Host noch sein Auto alleine zu seiner Mum zu bringen. Also der Wurf ins kalte Wasser: 1. Mal Linksverkehr, direkt mit Autobahn, etc. Aber man gewoehnt sich wirklich sehr schnell daran! Ich kann jetzt also auch auf der anderen Seite fahren. Von dort aus fuhr ich also an den Surfstrand. Bei meiner Suche nach einer Unterkunft kam ich in Kontakt mit Tim, der ein Projekt betreut, das Kinder aus den Townships einerseits im Surfen unterrichtet, aber andererseits auch sozial und gesundheitlich bildet. Ich durfte dabei wie eines der Kinder mitmachen und diese Erfahrung war einfach grossartig! Auch wenn die Kinder untereinander in Xhosa sprachen, wechselten sie mir gegenueber doch sofort problemlos ins Englische. Naechste Woche werde ich wohl jeden Tag dort sein und dann auch ausfuehrlicher ueber das Projekt berichten. Fuer mich auf jeden Fall eine unbeschreibliche Erfahrung, die sogar die Wellen uebertraf! Abends war ich dann noch mit vielen anderen Couchsurfern auf einem Braai, einer Art BBQ zuhause. Jeder bringt etwas mit und alles wird zusammen geworfen. Echt eine coole Sache und viele nette Leute.

Gestern schliesslich machte ich mich dann zur Mission Cape Point und Cape of Good Hope auf. Mit dem Zug fuhr ich nach Simons Town, um von dort mit dem Rad Richtung Kapspitze zu fahren. Unterwegs wollte ich eigentlich noch einmal Pinguine in Boulders Beach sehen, doch die kleine Kolonie befindet sich gerade in der Brutzeit und da hielt ich mich brav an das Verbot durch das Tor zu gehen. Auf der anderen Seite haette man noch das kommerzielle Angebot mit einem Rundweg wahrnehmen koennen. Das war mir den Eintritt aber doch nicht wert. Ich fuhr also direkt weiter in den Cape Point National Park. 80 Rand aermer durfte ich schliesslich passieren und nach etwa 2,5h war ich endlich an der Suedspitze der Peninsula angekommen. Ueber einen Wanderweg mit geschultertem Rad erreichte ich im Anschluss das Kap der Guten Hoffnung. Dort angekommen stieg ich wieder auf und erklomm die naechsten Berge. Es ist schon beeindruckend wie viele verschiedene Tierarten hier einfach so frei rum laufen. Drei Schildkroeten konnte ich sogar das Leben retten, als diese die Strasse ueberqueren wollte. 🙂 Ausserdem sah ich noch einige Strausse und ein antilopenaehnliches Tier – da muss ich noch heraus finden, was es schliesslich war. Die angeblich so zahlreichen wild lebenden Affen liessen mich zum Glueck in Ruhe und ich bekam nicht einen einzigen zu Gesicht. Zurueck ging es dann ueber den Chapmans Peak, die wohl schoenste Kuestenstrasse, die ich bisher gefahren bin! Das toppt wirklich alles. Leider ist die Strasse so eng und die Kante so steil, dass man nur selten fuer Fotos anhalten konnte. Aber eine unverwechselbare Erfahrung!! 95,5km und gefuehlte 2.000HM…

Dummerweise hatte ich vergessen Sonnencreme aufzutragen, weshalb ich jetzt einem Streifenhoernchen aehnle. Aber in den naechsten Tagen wird die Roete hoffentlich schnell in Braeune umgewandelt. Denn mit zwei anderen Deutschen fahre ich die Garden Route entlang.

Advertisements