Die härteste Kurzdistanz Europas

Am 27.07.2014 – also gestern! – war es soweit: Der Heidelbergman oder auch Heartbreak(hill) Triathlon stand vor der Türe. Was mich auf der angeblich anspruchsvollsten und schwierigsten Kurzdistanz Europas (1,6 – 35 – 10) erwartete konnte ich nur erahnen als ich aus dem Zug ausstieg und mich zum ersten Mal in meinem Leben in Heidelberg befand. Einer wahrlich wunderschönen Stadt am Neckar, im Tal zwischen dem Königstuhl und Heiligenberg. Wetter- und jahreszeitbedingt jedoch auch leider einer sehr vollen Stadt – voll von internationalen Touristen!

Startnummer

Um diesen zu entkommen ging es auch gleich an den Neckar Richtung Wechselzone, wo ab 16 Uhr die Startunterlagen ausgegeben wurden und Pasta an die Athleten verteilt wurde. Da ich dank des Sommernachtslaufs am Freitagabend (5. Frau, 20. gesamt) und einer kurzen Nacht (mein Zug nach Heiderlberg ging schon früh morgens) doch recht müde war, ging ich zeitig ins Bett. Die Nacht war eher unruhig – was u.a. auch dem Kirchturm nebenan geschuldet war, der mich teils viertelstündlich weckte. Zum Frühstück gab es wieder die bewährten Haferflocken mit zerdrückter Banane und Kokosmilch (danke an Jan Raphael für dieses Rezept!) und dann ging es auch schon los zum Check In.

Streckenplan

Nach einem kurzen Briefing liefen wir dann gemeinsam zum 1,6km entfernten Schwimmstart bei der Alten Brücke. Dort angekommen ging es auch sogleich ins Wasser und fast pünktlich erfolgte der Startschuss. Dank der leichten Neckarströmung erreichte ich in einer neuen PB den Ausstieg nach weniger als 30 Minuten. Yes! Nach einem schnellen Wechsel ab aufs Rad und das Kopfsteinpflaster der Altstadt heil überstehen. Danach folgte ein laaaanger Anstieg mit Steigungen von teils 18%. Es galt den Königstuhl zwei Mal zum umrunden (über 800 HM). Zwischen den Anstiegen ging es dann mit über 70 Sachen bergab – wow, zitternde Knie hatte ich im Wettkampf auch noch nicht. Was für eine Erfahrung. 🙂

Leider war ich auf den Abfahrten doch etwas zu vorsichtig und wurde von zwei Mädels, die ich zuvor bergauf überholt hatte, wieder überholt. Doch ich war mir sicher, dass wir uns noch einmal begegnen würden. Auf der Laufstrecke, die von Anfang an bergauf (160 HM) führte holte ich schnell die erste, und später auch die andere sowie drei weitere Damen ein. Auch ein paar Männer konnte ich überholen. Glücklicherweise verlief die Strecke überwiegend im Wald, so dass die Temperaturen von 30 Grad erträglich waren. Bergab hieß es dann nur noch laufen lassen – und auch hier konnte ich wieder einige überholen. Das Training am Olympiaberg bewährte sich also.

Überglücklich lief ich dann in 3:09:36 ins Ziel. Leider war der Zielbereich recht überschaubar und entsprechend überfüllt. So suchte ich schnell das Weite – oder besser einen Platz im kühlenden Schatten und konnte mir direkt die Ergebnislisten ansehen. Wow, so viele gute Athleten!! Kein Wunder, der Triathlon ist Bestandteil des BASF Rhein Neckar Cups und gleichzeitig wurden dort die baden-württembergischen Meisterschaften ausgetragen. Es ist also keine Schande, dass ich doch recht weit hinten landete. Nach einem 450. Platz im Schwimmen, konnte ich dann zumindest beim Radeln (289.) und vor allem Laufen (213.) zeigen, dass meine Talente doch eher in den Beinen liegen. Insgesamt wurde ich 8. in meiner Altersklasse und 426. in der Gesamtwertung.

I did it

Im Anschluss gönnte ich mir noch ein Eis und verabschiedete mich damit von Heidelberg, meinem netten Couchsurfing-Host und einem unbeschreiblich schönen und emotionalen Triathlontag.

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